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Film-Bewertung (aktuell: Three Billboards) 
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Zombie
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Beitrag Film-Bewertung (aktuell: Three Billboards)
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29. März 2018, 11:36
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Beitrag Re: Film-Bewertung (aktuell: Three Billboards)
Mildred Hayes: This didn't put an end to shit, you fucking retard; this is just the fucking start. Why don't you put that on your Good Morning Missouri fucking wake up broadcast, bitch?
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Mildred Hayes: So how's it all going in the nigger- torturing business, Dixon?

Dixon: It's 'Persons of color'-torturing business, these days, if you want to know. And I didn't torture nobody.
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Den Inhalt hat Ronny ja schon wiedergegeben, das brauche ich also nicht mehr zu tun.

Der Film ist in der Tat ziemlich stark. Ich liebe schwarzen Humor sowieso, wenn er aber so dermaßen böse ist, dann ist das umso cooler. Und wie Ronny auch schon gesagt hat: Das ist kein Humor der Sorte "komm wir ballern ein paar böse Sprüche in den Film, das kommt immer gut", sondern er passt einfach in die Situation und macht den Film erst so großartig. Mildred und auch die Cops verwenden diesen schwarzen Humor nicht, weil das einfach beim Publikum gut ankommt, sondern weil es zu der Stimmung des Films und zur Rolle der einzelnen Schauspieler einfach perfekt passt. Woody Harrelson glänzt, Frances McDormand sowieso und auch Sam Rockwell ist überragend in der Rolle des dummen, überheblichen, aber eigentlich im Grunde nicht üblen Cops. Die Entwicklung, die sein Charakter über den Film durchmacht, ist einfach genial, super geschauspielert und hatte den Oscar redlich verdient. Auch der junge Mann, der die Werbetafeln vermietet, ist einfach genial (weiß gar nicht mehr wie er heißt, tut aber auch nichts zur Sache), gut geschauspielert und irgendwie eine coole Persönlichkeit.

Zusammenfassend: Der Film passt. Ich finde da nichts störendes, er hat eine packende Story, grandiose Schauspielleistungen, schwarzen Humor und ebenso auch nachdenkliche Sequenzen. Ich war mit zwei Freundinnen in dem Film (Originalversion, englisch) und als wir rauskamen haben unsere verschiedenen Reaktionen perfekt gezeigt, was der Film so alles kann: Ich hab mir den **zensiert** abgelacht über diese genial gespielten, bösen Dialoge und Handlungen, eine Freundin kam mit einem 8O - Gesicht aus dem Film und wusste nicht so recht, wie er einzuordnen ist und die dritte hatte den ganzen Film über Tränen im Gesicht, weil die Story einfach auch mitreißt.

Ich denke, dass ich mir den Film irgendwann auch mal auf deutsch ansehen werde und er da sicher nicht minder gut ist, aber dass ich ihn im Original gesehen habe, hat das ganze für mich rund gemacht und der geile Slang, den die Schauspieler sich für diesen Film angeeignet haben (denn die reden nicht wirklich so nuschelnd und asozial), setzt für mich dann auch den Bonus, sodass ich auch hier eine leicht bessere Bewertung als Ronny wähle:

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by Ruuuuuuud


29. März 2018, 11:36
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Beitrag Re: Film-Bewertung (aktuell: Three Billboards)
Boka hat geschrieben:
Über Ostern schaue ich mir ihn an. :sofa:

:daumen:
Ich verlängere die Frist ohnehin über Ostern hinaus, vielleicht erbarmen sich dann auch die anderen, die ihn gesehen haben, eine Bewertung abzugeben :ja:

Ich nehme auch gerne von allen Vorschläge für weitere Filme entgegen :daumen:

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by Ruuuuuuud


29. März 2018, 11:37
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Beitrag Re: Film-Bewertung (aktuell: Three Billboards)
Ich habe den Film jetzt tatsächlich gesehen und meine Bewertung kommt sicher im Laufe des Tages. :ja:

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3. April 2018, 11:42
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Beitrag Re: Film-Bewertung (aktuell: Three Billboards)
So, dann kommen wir mal zur Bewertung. Wenn ich mir hier aber wieder eure Bewertungen anschaue, muss ich auch hier wieder sagen, dass die Bewertung eines Films bei mir recht subjektiv und aus dem Bauch heraus gefällt wird. Schauspielerische Leistungen fallen mir nur in den seltensten Fällen positiv, wie negativ auf. Auch andere filmtechnische Kunst, wie Kamerafahrten etc., entgehen meist meinem Wahrnehmungsvermögen. Wahrscheinlich habe ich dafür einfach viel zu wenig Filme in meinem Leben gesehen, um solche Dinge wertschätzen zu können.

Solche Aspekte fallen aus meiner Wertung als raus. Ich gehe also eher auf das Storytelling und die Charakterentwicklung und das drumherum ein. Und hier muss ich sagen, dass mir das Südstaaten-Setting böse aufgestoßen ist. Ich kann die dortigen kulturellen Gegebenheiten einfach gar nicht ab. Diese ländliche, fast schon hinterwäldlerische Sichtweise zum Leben, der Rassismus, die Diskriminierung, die Korruption, die dort herrscht, halt all' das was Dixon und auch ein Großteil der anderen Charaktere im Film verkörpern, kotzt mich regelrecht an. Vielleicht kann man aber auch genau das als Kompliment für den Film sehen, denn er schafft es genau dieses Gefühl in mir aufkommen zu lassen und zeigt die Probleme, die dort herrschen, ganz gut auf. Zusätzlich zu diesem Punkt kommt ein weiterer für mich nur schwer zu ertragender Aspekt, in Form von Mildred Hayes, hinzu. Dieser Egoismus, von trauernden Frauen, geht mir nicht in den Kopf rein. Vielleicht bin ich auch einfach herzlos und kann diesen Schmerz, den man da verspürt, einfach nicht nachempfinden, aber mir ging die Person Mildred Hayes über den Film hinweg ziemlich auf den Sack. Die Sache mit den Billboards war ja noch nachvollziehbar, aber das nahm ja echt krasse Züge an bis hin zum völlig überzogenen Abfackeln der Polizeistation. Das mag alles gut gespielt sein und spiegelt wohl auch gut die Realität wieder, aber ich kann nicht anders, als mich genervt fühlen. :sofa:

Kommen wir zur zweiten Figur, zu Jason Dixon: er stimmt natürlich voll in das Klischee ein. Unterbelichtet, rassistisch und einem Horizont von einem Bierdeckel. Der damit verbundene enstehende Humor rettet für mich die Figur tatsächlich noch. Immerhin kann ich über ihn noch lachen, denn leiden kann ich ihn nämlich sonst überhaupt nicht. Auch seine genommene Entwicklung war für mich nur schwer nachvollziehbar. Nach dem Brief von Willoughby machte er ja gefühlt eine 360° Drehung und wurde ja fast schon zu einem smarten Typen, der urplötzlich darauf scheißt, dass Hayes ihn fast abgefackelt hat, wo er sie vorher doch wohl noch totgeprügelt hätte.

Dann will ich mal zum Fazit kommen: Im Prinzip war es kein schlechter Film. Wohl eher im Gegenteil, da er schafft, die Thematik richtig gut in Szene zu setzen, die bei mir auch letztendlich die angesprochenen Gefühle hervorrufen. Schwarzer Humor ist eigentlich auch mein Ding, aber der kam mir dann doch irgendwo deplatziert vor. Denn der Film hat sich mit der Thematik ja eigentlich recht ernst genommen, wodurch der schwarze Humor, ja eher ein Fingerzeig auf den Rassismus, der ja in Wirklichkeit dort herrscht, ist. (Vielleicht versteht man ja was ich meine. :mrgreen: ) Im Großen und Ganzen gebe ich dem Film mal:

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3. April 2018, 13:46
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